Saisonhöhepunkt

Race across im Burgenland

30. bis 31. August 2008

 

199 km - 8. Platz - 28:59 Stunden

 

Am Freitag, 29. August machten wir uns mit unserem Betreuerteam Petra Haidinger, Birgit Wilfinger und Andreas Bischof auf den Weg ins Burgenland.
In Wels legten wir einen Zwischenstop auf unserer Dienststelle ein, denn dort fand für einen seit 5 Jahren im Wachkoma liegenden Arbeitskollegen eine Benefizveranstaltung statt. Nach ca 1,5 Stunden in Wels setzten wir unsere Fahrt ins Burgenland fort.
Am Abend angekommen bezogen wir das Athleten und Betreuerhotel Vitalhotel Strobl in Stegersbach. Um 20 Uhr begann die Läuferbesprechung, Startunterlagen Abholung und Nudelparty. Anschließend gings dann gleich ab in die Federn denn um 4 Uhr war Tagwache. Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Start nach Kittsee.
Nach einer kurzen Vorbereitungszeit starteten wir pünktlich um 7 Uhr unseren Saisonhöhepunkt.

Günter wurde in den ersten zwei Stunden von Birgit begleitet, Alois von Andreas und Petra folgte uns mit dem Auto, das auch gleichzeitig unsere Verpflegungsstation war. Die ersten Kilometer führten durch das nördliche Burgenland. Vorbei an vielen Windrädern und Weingebieten. Es bildeten sich gleich mehrere Gruppen wo jeder sein Tempo lief.

 
Bis zum ersten Checkpoint in Eisenstadt nach 57 Kilometern lief alles ganz gut. Günter erreichte Eisenstadt nach 5:21 Stunden. Eigentlich zu schnell für den Anfang und den heißen Temperaturen. Alois erreichte nach 6:49 Stunden Eisenstadt. Ab da begannen auch schon die ersten Probleme. Petra hatte eine Reifenpanne bei ihrem Fahrrad. Da sich das Begleitfahrzeug bei Günter befand, stieg Andreas ins Auto und fuhr zu Alois und Petra zurück um den Schaden zu beheben. Birgit begleitete Günter dann mit dem Fahrrad. Andreas konnte den
Platten flicken und alles schien wieder in Ordnung. Günter kam ganz gut voran. Nach ca. 80 km kam der erste große Anstieg der schon in die Beine ging.
Wieder von Andreas begleitet überwanden wir diesen großen Anstieg. Auch bei Alois war alles in Ordnung und er kam auch ganz gut voran. Den zweiten Checkpoint in Oberpullendorf nach 107 km erreichte Günter nach 10:54 Stunden. Jetzt nach fast der Hälfte der Strecke verschwand die Sonne hinter den Hügeln und die ersten Schmerzen in den Beinen wurden spürbar.

Dann bekamen wir die schlechte Nachricht. Petra hatte wieder einen Platten bei ihrem Fahrrad. Der Grund waren Scherben auf der Straße die sie übersehen hat. Ein anderes Betreuerteam wollte ihr helfen, doch es waren zu viele Löcher im
Fahrradschlauch. Am Samstag Abend im Burgenland einen Fahrradschlauch zu bekommen war ein aussichtsloses Unterfangen. Somit musste Alois wieder alleine mit einer Banane und einer Trinkflasche seine Kilometer laufen. Alois wurde dann mit dem Auto von Birgit und Petra betreut, während Günter von Andreas mit dem Fahrrad begleitet wurde.


Günter und Andreas liefen schon langsam in die Nacht hinein und nun kamen die Berge. Ja, auch das Burgenland hat Anstiege zu bieten. Nach gut 120 km in den Beinen wird jeder Hügel zu einem Berg. Dieser Anstieg hatte es in sich. Nicht nur Günter quälte sich über diesen Berg auchAndreas mit dem Fahrrad. Am Berg angekommen telefonierte Andreas mit Alois Betreuern und wir erfuhren nichts gutes. Alois kämpfte schon mit ersten Problemen aber er kämpfte weiter. Er wollte nicht aufgeben. Abwechselnd laufend und gehend setzte er den Bewerb fort. Bei Günter machte sich jetzt auch schon langsam das hohe Anfangstempo
bemerkbar. Er legte auch bei den Steigungen schon die ersten Gehpausen ein.

Nach ca. 140 gelaufenen Kilometern kam Birgit mit dem Verpflegungsfahrzeug wieder zu Günter und Andreas vor, besorgte in einem nahe gelegenen Gasthaus einen Kaffee und füllte den Fahrradkorb von Andreas wieder mit Verpflegung auf. Nach kurzer Rast ging es wieder weiter. Alois wurde von Petra begleitet und kurz vor dem dritten Checkpoint ereichte uns die Nachricht, dass Alois aufgeben
musste. Er hatte gekämpft. Musste aber dann wegen ständigen erbrechen erschöpft aufgeben.

Nach 154 km und 17:55 erreichte Günter den dritten Checkpoint. Birgit machte sich auf den Weg zurück um Alois und Petra abzuholen. Für Günter wurde es
jetzt hart. Die Kräfte schwanden, die Oberschenkelschmerzten und erste Ansätze von Krämpfen machten sich bemerkbar. So lief und ging Günter begleitet durch alle drei Betreuer durch die Nacht.


Der Tag brach an und man sah wieder die Häuser und die Straße. Die Nacht war somit überstanden. Heiligenkreuz erreichten wir schon bei aufgehender Sonne.
Nur noch 13 km bis zum letzten Checkpoint bei Kilometer 199 in Jennersdorf.
Dies waren die härtesten Kilometer des ganzen Laufes für Günter. Eine lange Gerade, ein Anstieg der niemals enden wollte und dann ging es wieder
hinunter aber Jennersdorf wollte einfach nicht kommen. Zum Glück hatte Günter Andreas und Birgit an seiner Seite die ihm gut zusprachen und wieder aufbauten. Petra war schon mit dem Auto ein Stück vor gefahren und dann kam der Anruf von ihr. Nur noch 2 km dann seid ihr in Jennersdorf. Das baute wieder auf und die Motivation stieg.

Nach 25:25 Stunden und 199 km in den Beinen erreichte Günter den sehnsüchtig erwarteten Checkpoint in Jennersdorf. Jetzt waren es „ nur“
noch 19 Km.

Am Checkpoint durch aufbauende Worte vom Betreuerteam und von Alois der zu Günter sagte „Du hast es drauf, Du schaffst es“ nahm Günter sein Vorhaben den Lauf zu beenden wieder auf.  Die Zeit spielte seit langem keine Rolle mehr.
Es zählte nur noch eins, durchkommen. An Laufen war fast nicht mehr zu denken. Dafür schmerzten die Beine schon zu sehr. Blasen machten sich bemerkbar und schmerzten bei jedem gelaufenen Meter. Irgendwie, wahrscheinlich schon in Trance, spulte Günter schon mehr gehend als laufend die letzten Kilometer mit deb Betreuern Andreas und Birgit herunter. Nun kam der letzte Anstieg, dann nur noch 5 km bis Kalch. Günter marschierte in flotten Schritt mit Birgit an seiner Seite den Berg hinauf aber es kam ja noch schlimmer. Bergab waren die Schmerzen noch schlimmer, aber da muss man durch die letzten Kilometer.

Nur noch zwei Kilometer. Jetzt wollte auch noch der Kreislauf verrückt spielen. Schnell kühlte sich Günter den Kopf und Nacken und trank noch einen großen Schluck Wasser. Die zwei Kilometer müssen noch geschafft werden. Dann kam die letzte Kurve. Günter erblickte das Ortschild von Kalch. Er begann wieder zu laufen. Wollte unbedingt das Ziel laufend durchqueren.


Nach 28:59 Stunden und am 8. Platz liegend war es geschafft das Burgenland von Norden nach Süden zu durchqueren. Jetzt war erst mal ein Schluck Bier angesagt und ein paar Stunden schlafen bevor es am Abend zur Siegerehrung ging.

 

Nachsatz von Günter.
Ich möchte allen Betreuern sehr herzlich danken.
Besonders Andreas Bischof der mich durch fast den ganzen Lauf begleitet hat, mir immer zur Seite gestanden hat und mich immer gut verpflegt hat.
Großer Dank auch an Birgit die mich durch die schwierigste Zeit zu Fuß begleitet hat, mir gut zugeredet hat und mich immer wieder motiviert hat. Dank auch an die Firmen Elkotrade Andorf und Optiker Aigner die uns bei diesem Vorhaben finanziell unterstützt haben.

 

Danke allen