Mixed Staffel über die Langdistanz

Erfolgreich gestaffelt

 

Einen Triathlon zu staffeln, ist auch für einen Ultraläufer eine neue Erfahrung. Marathon ist eben doch nicht immer Marathon.  

 

Der Austria Triathlon in Podersdorf ist ein Klassiker und zieht jedes Jahr Hunderte von durchtrainierten Triathleten in den beschaulichen Ort am Neusiedler See. Dort wo sich normal die Surfer und Radwanderweg-Sportler tummeln, bevölkern an einem Wochenende Ende August Triathleten aus sämtlichen Nationen das steppige Flachland an der Ostküste des Flachsees, der vor allem für sein ewig braunes Wasser, seinen Wellengang und den vielen Heurigen am Seeufer bekannt ist. Die Pannonische Tiefebene ist bretteleben und man möchte meinen, ein einfaches Terrain für einen Triathleten. Mitnichten ist das so. Flach ist die Gegend wohl, doch Ende August ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Hitze am See allgegenwärtig, die Gegend ist gewitteranfällig und der Wind ein ständiger Begleiter. Mitunter kann dieser auch massiv sein und speziell dem Radfahrer das Wettbewerbsleben zur Qual machen.

 

Triathlon-Jubiläumsausgabe – und ich bin dabei

 

Den Austria Triathlon in Podersdorf gibt es schon seit 25 Jahren. Zur diesjährigen Jubiläumsausgabe war das Starterfeld besonders gut bestückt. Mehr als 1500 Athleten nahmen entweder die Sprintdistanz (750 Meter schwimmen, 20 Kilometer radfahren, 5 Kilometer laufen), oder die Halbiron-Distanz über 1,9 k schwimmen, 90 k Rad und 21 k laufen oder gar die Langdistanz über 3,8 k schwimmen, 180 k Rad und 42 k laufen - und damit einen Marathon - in Angriff. Bequemer lässt sich die Langdistanz als Staffelbewerb absolvieren – und so kam ich ins Spiel. Im Grunde hätte ich das Wochenende gar nicht in Podersdorf verbracht, sondern in Linz, beim Bergmarathon. Doch dann fiel einer Langdistanz-Staffeln in Podersdorf der Marathonläufer aus. Zwei Tage vor dem Bewerb kam der Hilferuf von meinen Staffelpartnern Christine Widmann und Walter Prodinger. Kurzfristig einen Marathonläufer zu finden ist auch unter Triathletenkreisen ein schwieriges Unterfangen. Ich lies mich nicht lange überreden und eilte zu Hilfe, sprang für den Marathonläufer ein und reiste an den Neusiedlersee, um den Laufpart zu übernehmen.  

 

Rennen in der Gluthitze

 

Der Wettbewerbstag hat gut begonnen und ging vor allem brennheiss weiter. In der Früh waren die Temperaturen noch angenehm, der See mit 27 Grad brühwarm. Punkt sieben Uhr hüpften die Schwimmer in den leicht wellenbewegten See. Die Meute schwamm los, am Seeufer feuerten Massen von Zuschauern die Athleten an, die ihre Bahnen durch das Wasser pflügten. Nach 3,8 Kilometern war der Schwimmteil erledigt, die Staffel wurde an den Radfahrer übergeben. Unser Staffelradler Walter legte einen gelungenen Start hin und machte sich auf den Weg, um 180 Kilometer in Windeseile abzustrampeln. Der Radfahrer war in seinem Element. Er vollbrachte eine wahre Meisterleistung. Ich machte mich indes in der Wechselzone bereit zum Laufen. Nach zwei Trainingseinheiten über die Marathondistanz in derselben Woche, stand mir nun der dritte Marathon bevor, diesmal unter Wettbewerbsbedingungen. Als unser Radler in die Wechselzone pfiff, machte ich mich auf meinen langen Weg. Die Sonne hatte mittlerweile ihren Höchststand erreicht, ich begann schon auf den ersten Kilometern ordentlich zu schwitzen. Der Laufparcours führt in die Steppen hinaus, der Weg wird auch als „Hölle“ bezeichnet und als ebensolche empfand ich sie auch. Gluthitze, kein Schatten, die Triathleten gaben ihr Bestes und kämpften – und ich Ultraläufer mitten unter ihnen. Viermal galt es den Weg von Podersdorf in die Hölle und retour zurück zu legen. Bei jeder Runde wurden die Beine schwerer, der Flüssigkeitsbedarf stieg, die Müdigkeit stieg langsam hoch, doch ich brachte meinen Marathon prima ins Ziel.    

 

Der Staffelsieg als Belohnung

 

Ehrlich, ich war froh, als dieser Marathon zu Ende war. Die Hitze setzte ordentlich zu und machte das Rennen zu keinem einfachen. Doch der Einsatz hat sich gelohnt. Wir waren als Staffel überaus erfolgreich und holten uns den Sieg in der Mixed Wertung. Dafür gabs unter anderem zwei Liter Wein für jeden von uns als Preis. Bei einem Triathlon mitzurennen, war eine neue Erfahrung für mich. Die Triathlonatmosphäre kann ich nur weiterempfehlen, einen Marathon im Zuge eines Triathlons zu rennen fühlt sich eben doch ein wenig anders an. Meine Hochachtung haben all jene Sportler, die nach 3,8 Kilometern im See und 180 Kilometern am Rad auch noch einen Marathon rennen. Ich glaube, nächstes Jahr werde ich in Podersdorf wieder Staffeln.