Spartathlon am 27.09.2013

Die griechischen Götter waren mir nicht gut gesinnt!

Es ist schwer über einen Lauf zu Berichten den man nicht zu Ende gebracht hat aber ich versuche es mal.

Gut trainiert und voller Selbstvertrauen flog ich mit meinem Freund Andre Lange schon am Dienstag nach Athen. Wir hatten uns  auch in einem Hotel ein Doppelzimmer gebucht damit wir vor dem Lauf unsere Ruhe haben denn die Hotelzimmer die man vom Veranstalter zur Verfügung gestellt bekommt waren meist mit 2 oder 3 anderen Läufern zu teilen.

Wir liefen dann Dienstag und Mittwoch noch ein paar Kilometer am Strand um uns ein wenig zu akklimatisieren. 

Donnerstag stand dann das Briefing am Programm wo wir erstmals auch die anderen Läufer trafen.

Es waren auch noch 3 Läufer aus Österreich am Start.

So nun zum Lauf:

Pünktlich am Freitag dem 27.09 fiel der Startschuss  zum 31. Spartathlon vor der Akropolis.

Die ersten Kilometer ging es durch Athens Innenstadt und das um 7 Uhr morgens. Die Straßen wurden für uns gesperrt und es gab ein ständiges hupen der Autofahrer. Nach 10 Kilometer verließen  wir Athen und liefen entlang der Küstenstraße Richtung Piräus. Von Athen heraus begleitete uns auch ein Hund der sicher an die 10 Kilometer mit uns mitlief. Streunende Hunde  gehören ja zum Straßenbild von Athen.

Es lief ganz gut für mich. Ich fühlte mich gut, meine Beine waren gut und Andre Lange und ich kamen gut voran. Wir waren sehr positiv gestimmt denn auch die Temperaturen waren die ersten Stunden auch nicht hoch. Dies sollte sich aber gegen Mittag ändern.

An der Strecke herrschte auch gute Stimmung. Autofahrer hupten uns an, feuerten uns aus dem Auto an. Schüler standen in den Ortschaften am Straßenrand,  wollten abgeklatscht werden und teilweise auch Autogramme von den Läufern.

Die erste Marathondistanz war schnell hinter uns gebracht. Wir liefen an der Küstenstraße entlang.

Vorbei am Hafen von Piräus, an einem im Meer gekenterten Schiff, schönen Blick auf das blaue Meer und auch vorbei an den ersten Raffinerien  die einen sehr intensiven  Geruch von Öl verstreuten. Dies wurde in Korinth noch schlimmer. Dort hat dieser Geruch auch das einatmen sehr schwer gemacht.

Es waren ca. alle 3 Km Verpflegungspunkte wo wir mit Getränke versorgt wurden. Trinken wurde immer wichtiger, ich nahm mir jedes Mal  zwei Becher denn die Temperaturen stiegen schön langsam an die 30 Grad. Am Anfang hatten wir auch noch Wind der sich aber später auch legte.

Es waren auch schon ganz viele Anstiege zu laufen aber das war am Anfang kein Problem und wenn es zu steil nach oben ging dann ging man eben hinauf.

Wir näherten uns schön langsam Korinth denn ersten großen Verpflegungspunkt wo man auch von eigenen Betreuern betreut werden durfte. Es war genau geregelt wo die eigenen Betreuer den Athleten betreuen durften.

Kurz vor Korinth machte sich mein Magen schon bemerkbar. Meine Übelkeit wurde durch einen halb verwesten Hund am Gehsteig noch gesteigert. Tote Tiere am Straßenrand oder Verwesungsgeruch gehört bei diesem Lauf genauso dazu wie die Verpflegungsstellen. 

So wie Andre und ich uns es vorgestellt hatten erreichten wir Korinth. Genau in der Zeit die wir uns vorgestellt hatten. Ich setzte mich kurz hin und versuchte ein wenig Reis zu essen aber ich brachte nur ein paar Bissen runter und es wurde mir sofort wieder übel. Also machte ich mich wieder auf dem Weg. Ich versuchte wieder zu laufen musste aber immer wieder wenn Anstiege kamen gehen denn da spürte ich die Übelkeit am meisten. Ich konnte auch nur noch schlickweise trinken aber ich kämpfte weiter in der Hoffnung, dass sich der Magen wieder beruhigt. Falsch gedacht. Es wurde immer schlimmer. Irgendwann kommt es dann soweit das man keine Kraft mehr hat wenn man keine Nahrung mehr aufnehmen und behalten kann. . So musste ich bei knapp unter 100 Km den Lauf beenden.  Es fiel mir sehr schwer meine Startnummer abzugeben und in den Bus zu steigen.  Mein Traum vom Spartathlon war beendet. Man kommt sich in diesem Moment wie ein Versager vor. Man hat viel Zeit investiert und auch Entbehrungen in Kauf genommen und nun steht man mit leeren Händen da.

Anscheinend meinten es die griechischen  Götter  an diesem Tag nicht gut mit mir.

Es ist nicht nur mir so ergangen. Auch 55% der gestarteten Läufer mussten den Lauf auch vorzeitig beenden. Es ist auch nur einer von vier Österreichern durchgekommen.

Der häufigste Grund für die Ausfälle waren Magenprobleme. An die 70% der Ausgefallenen hatte mit dem Magen zu kämpfen. Wahrscheinlich kommen da sehr viele Dinge zusammen. Die Hitze, die Strecke und der permanente Zeitdruck im Catoff zu bleiben.  Auch musste ein Läufer seinen Lauf beenden weil er von einem streunenden Hund gebissen wurde.

Leider musste auch mein Freund Andre 10 Kilometer nach mir auch aus dem Rennen. Er hatte zu starke  Schmerzen in den Gelenken und da war an Laufen nicht mehr zu denken.

Für mich ist das Kapitel Spartathlon  jetzt einmal geschlossen aber ich werde wieder zurück kehren, nicht nächstes Jahr aber irgendwann werde ich diesen Lauf einmal beenden.

Ich werde jetzt auch nicht den Kopf hängen lassen und mich jetzt erst mal erholen und dann für meine Aufgaben im nächsten Jahr vorbereiten.

Ich habe mir für nächstes Jahr zwei Höhepunkte gesetzt. Den erstmals ausgetragenen Baltic Nonstoplauf von Berlin nach Usedom über 230 Km und das Austria Race across Burgenland über 218 Km.